Wie soll ick wissen, wat ick darüber denke, wenn ick mir noch nicht dazu jeäußert habe? Georg Dreißig - Hier mehr dazu.


Donnerstag, 3. März 2016

Eine neue Zeit

Fast alleinlebend, mit zwei Katern* und regelmäßig zu Besuch kommenden Kindern.


Der Neue

Das war ein sehr bewegtes und bewegendes erstes Jahr in meinem neuen Heim - ohne Familie. Viel Praktisches war zu klären, viel Emotionales anzuschauen, zu durchleben und zu klären. Man trennt sich nicht einfach so von seinen Kindern, bevor sie flügge werden. Es gab keine andere Lösung für mich.


DAS durfte der "Alte" nie!

Durch mehrere veränderte Situationen ändern sich die Beziehungen zu Menschen. Da hieß es sich neu anpassen, verstehen und loslassen. Es hat sich so viel verändert, ist passiert und habe ich durchlebt, was ich kaum mehr erzählen kann. So manches was erledigt ist, habe ich einfach vergessen. Trotz alle dem oder gerade deshalb brauchte ich viele Mußestunden zum Verschnaufen und Verarbeiten. Einige Handarbeiten sind dabei entstanden.


ICH bin Bob.
Seitenschläfer, Rumkugler, Spielkind, Spaßverbreiter, UmdiePfoteWickler, immer da...
Obwohl er schon über fünf Jahre alt ist.

Wo sich eine Tür schließt, da öffnet sich eine andere. So heißt es. So ist es. Einige waren es. Mehrmals hörte ich den Satz von Erfahrenen "Nach der Trennung hast du einige Freunde weniger." Oder „Wenn du da durch bist, kannst du einige Freunde streichen.“ (Komisch, als ich das erste Mal schwanger war, war das auch so. Nee, ist nicht komisch, ist mir jetzt schon klar warum.) Ist so. Doch habe ich auch neue Freunde gewonnen. Viele Menschen sind, Gott sei Dank, geblieben. Waren da, wenn ich sie brauchte oder wenn ich es nicht erwartete. Und wenn es nur Einer oder Eine war. Das reichte.
Ich nehme alle gedanklich in den Arm, die bisher an meiner Seite waren und nun keine "Freunde" mehr sind. Bei zweien konnte ich das sogar persönlich tun.


An MIR, kommt keiner vorbei der Katzen mag.

Meine Persönlichkeit hat sich weiter verändert oder entwickelt. Das merke ich an den vielen Konflikten und Klärungen die passiert sind. Bleibt logischer Weise nicht aus. Ist schon sehr spannend, wie sich manche Knoten lösen. Immer wieder stellt sich irgendwann raus, wofür diese oder jene herausfordernde Situation seimusste.

Lange, sehr lange, eigentlich bis vor kurzem, hat die Eingewöhnung gedauert.
Freunde sind wir nicht, doch es geht ganz gut. UND Größe spielt hier keine Rolle!

Am wichtigsten ist die wieder erlangte Selbständigkeit und zufriedene Kinder (und Mutter). Das ist recht gut gelungen. Manches ist weg gefallen, Haus und Garten und so manche Freude oder Arbeit damit. Lieb gewonnene Nachbarn, Ausblicke in die Natur. Um manches bin ich natürlich überhaupt nicht traurig. Mir fällt dann öfter mal der Satz ein „Denke nicht so oft an das was dir fehlt, sondern an das was du hast.“ Was fehlt wirklich? Nichts. Sonst wäre es nicht so wie es ist.


Eigentlich brauchte ich nur ein Paar.
Mit einem Mal waren es drei. Und noch weitere Geschenkte dazu.
Erzähl bloß niemanden, dass du ein Paar Topflappen brauchst. Es könnte dir wie mir gehen...

Jetzt scheint ein neues Kapitel zu beginnen. Ich komme etwas zur Ruhe. Ich habe beschlossen, dass die „viele-kleine-Dramen-Zeit“ zu Ende ist. So viel Aufgeregtheit trotz Ruhe im neuen Lebensabschnitt, so viel Neues in Vertrautem. Das beruhigt sich jetzt. Mein Februar-Winter(kraft)ende zeigte sich mit Erschöpfung und Antriebslosigkeit. Kein Wunder. Zwei intensive Jahre Veränderungsarbeit liegen hinter mir. Das schließt nicht nur mich und Familie ein. Viele andere Bereiche werden mit tangiert. Zum Glück weiß man vorher nicht, was alles auf einen zu kommt. Wie automatisch bin ich manchmal einfach weiter gegangen. Da es aber auch genauso viele Glücksmomente gab, fiel mir das gar nicht auf.


Ponchow mit Seidenfutter.
Ich bin selten bei Wolle empfindlich, aber hier ging es nicht ohne.

Eine Erkältung schloss den Februar ab und beginnt den März. Ich empfinde sie wie eine Reinigung. Der ganze, sich gedankliche festgesetzte „Rotz“ der letzten zwei Jahre (oder mehr??) will physisch raus. Alle und alles war wichtig und richtig wie es war. Immer fühlte ich mich ohne intakter Familie und ohne Herkunftsfamilienbande aufgehoben und an(ein)gebunden. Dafür bin ich sehr dankbar. Kein Rückfall in Depressionen und Aussichtslosigkeit mehr. Traurigkeit – ja. Das gehört nun mal dazu.


Sehr alte Sportwolle soll hier zu einer langen Strickjacke werden. (Platz muss her)

Dann kamen Tochterwünsche dazwischen. Die Jacke ruht.
Ähnlich gestrickt nach der Sockenstrickmethode mit zwei Nadeln von Frau Kluth.
Ich nehme gerne ein Nadelspiel und wandle dann ein bisschen ab.

Vielleicht ist es eine meiner Aufgaben, mein Weg, zu fühlen, dass es eine viel größere Familie gibt, die trägt, einbindet und immer alles da ist, wenn man es braucht. Der fremdeste Mensch wird so zum Geschenk. Im Moment ist es gut für mich alleine zu leben und mich nicht einsam zu fühlen. Einsamkeit im Kreis von Menschen ist schlimm. Oft habe ich das erlebt.

Doppelt gestrickte Handyhülle für mehr Stabilität.

Kleinigkeiten

Mancher lieben Bloggerseele, die mich ohne Blog-Post weiter begleitet hat, bin ich sehr verbunden. So manche Brief-Post wartet noch auf Beantwortung. Ja, irgendwann ist es wieder soweit. Dann kommt Handschriftliches zu euch. Etwas, was ich eigentlich so gerne mache.


Kid Mohair und Kid Mohair mit Merino von den Angoraziegen einer Freundin.
Durch sie gibt es auch einen zweiten Spinntreff, juchu.
Und einige neu kennengelernte und "aufgefrischte" Spinnbegeisterte.

Ein älterer Strang, den ich gerade "fraktal" verspinne. Sehr spannend.
Der Stang wird längs in zwei Hälften geteilt und die eine Hälfte noch mal in so viele,
 dass es noch gut zu spinnen geht. Später wird beides verzwirnt.
Das soll einen schönen Farbverlauf beim Stricken geben.

Ein bisschen Wolle kam doch wieder zu mir. 
1. Einen nicht benötigten Winter-Hut verschenkt, Wolle bekommen. Na ja, wer kann dazu schon lange nein sagen? 

2. Ein super schöner Tag in Eiershagen. 

3. Noch mehr Wolle: Bluefaced Leicester und eine kleine Menge Polwarth von der "Ziegen"-Freundin. Auf der Kreuzspindel die kleine Menge in Eiershagen angesponnen.

4. In Eiershagen fehlte mir ein schöner Teppich unterm Spinnrad und Stuhl. Eine Bekannte hatte ihre ersten Spinnversuche abzugeben und genug passende naturfarbene Wolle hat mein Vorrat auch. Teppich ist in Arbeit, ruht, bis die Bestellung meiner Kollegin fertig ist und ein kleiner Auftrag bzw. Tausch mit der "Ziegen"-Freundin.

Ein Teil der Bestellung meiner Kollegin. Für sehr empfindliche und besondere Füße.


Keine Angst, mein Blog wird nicht reaktiviert. Regelmäßig schreiben geht noch nicht wieder. Es gibt ein paar Baustellen, die fertig gestellt werden wollen.
Nur weil ich zu erkältungs-schlaff bin etwas „Anständiges“ zu machen, entstand dieser Post.


*Alleine das Thema Kater wäre schon seitenfüllend.



Freitag, 31. Juli 2015

Kurzer Vorbeiflug

Meine lieben Leserinnen und Leser,

immer, wenn ich in irgend einem meiner Lieblingsblogs vorbei schaue, gibt es eine Entscheidung. Alles lesen was ich "verpasst" habe, schnell drüber fliegen und dann doch hängen bleiben, nur das letzte lesen, was auch nicht funktioniert oder schnell wieder weg, um mich meinen Dingen zuzuwenden.

Im Moment stelle ich mich meistens nicht der Versuchung einer Entscheidung. Denn ich habe mich dazu entschieden, erstmal bei mir eine gewisse Ordnung zu schaffen, im Innen und im Außen. Außerdem arbeite ich jetzt mehr. Auch wenn ich nicht mehr mit den Kindern zusammen wohne, heißt das nicht, dass sie nicht da sind ;-) Nein, es ist sogar ein gewisser Mehraufwand, alles zu organisieren.

Mein Sommerurlaub ist nun vorbei und es tat gut, Dinge zu erledigen und weiter zu sortieren, ganz in meinem Rhythmus, ein bisschen Stress zu haben, weil dann vieles auf einmal erledigt werden wollte, viel schlafen und ruhen, Besuche haben oder machen, Spaß und Traurigkeit da sein lassen, ganz entspannt sein bei der ein oder anderen Gelegenheit und natürlich handarbeiten. Sonne genießen, an einem besonderen Tag am holländischen Meer.




Kurz vor dem Urlaub ging es mir nicht gut, ich war seelisch ziemlich am Ende. Viele nicht so schöne Ereignisse oder kleine Dramen im Außen haben dazu beigetragen. Aber ich habe dann mal wieder erfahren, dass diese Ereignisse immer nur Hilfen für mich sind. Daher bin ich wieder ein Stück bei mir selbst angekommen. DANKE an alle und alles, für jegliche Hilfe zur Bewusstwerdung und die Ruhe, die damit eingekehrt ist.

Ich zeige euch nochmal das graue Seidentuch aus dem letzten Post und was ich in letzter Zeit gehandarbeitet habe.

Viel und gern getragen



Wieder einmal Minisöckli

 Das war natürlich schon zur Osterzeit.

Zwei Seifenschalenuntersetzer


Quessantwolle, auf dem Louet S10 gesponnen 
und 3fach-navajo gezwirnt



Aus frisch erstandener Wolle vom Wollmarkt in Euskirchen-Kuchenheim,
häkle ich ein wunderbar weiches Sommertuch aus Merinowolle.



Wolle, die ich bei meinem Spinnradkauf-Versuch dazu bekommen habe.


Ashford Babyalpaka-Merino-Wolle

Das sieht nach viel Zeit für Handarbeiten aus. Ist aber nicht so. Das graue Tuch war ja schon fast fertig vor meinem Umzug, die Kleinigkeiten sind schnell gemacht, die Quessantwolle war auch schon vor meinem Umzug begonnen und ist dick gesponnen. Ja, das Häkeltuch hat mich in den letzten Wochen oft begleitet. Schon morgens vor der Arbeit handarbeite ich ja meistens ein paar Minuten beim Tee. Im Urlaub habe ich mir natürlich mehr Zeit nehmen können. Als ich wieder zum Spinntreff ging, brauchte ich ein neues Projekt, also kam die orange Wolle auf´s Spinnrad.

So, der kurze Vorbeiflug ist vorbei. Es war nicht für jetzt geplant, aber manches muss einfach gemacht werden, wenn die Lust dazu da ist. Jetzt ich gehe ich meine Lieblingsbeeren aus dem "alten" Garten ernten, die Jostabeeren.

Alles Liebe, eure Roswitha



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